Portrait zeichnen auf den letzten Drücker

Malen wir mal schnell ein Aquarellportrait! Das war meine Aufgabe für heute (Sa. 20.03.21). Was heißt schnell? Genau kann ich das nicht sagen, aber ich habe einen Vormittag gebraucht.


Meine Frau hatte mich gebeten ein Bild von unserer Tochter und ihrer Oma zu malen. Es sollte ein Geschenk zu ihrem Geburtstag werden. Was soll ich sagen, ich habe nicht mehr dran gedacht, deswegen musste es heute sehr schnell gehen.

Verwendete Materialien:

  • Aquarellpapier Hahnemühle Cornwall
  • Aquarellfarben von Lukas und Schminke
  • Pinsel DaVinci Größe 8
  • Tuschefüller von Indigraph
  • Marker von Posca in Weiß
  • Schmierblock
  • Küchenrolle


Wie bekomme ich die Skizze schnell aufs Papier?


Normalerweise würde ich mir sehr viel Zeit nehmen und das Foto frei Hand ab zeichnen um so eine gute Vorlage für das Aquarell Bild zu bekommen.

Ich bevorzuge diese Variante, weil ich da am meisten lernen kann, also mein Auge, meine Hand schulen kann und ein besseres Verständnis für die Anatomie bekomme.

Da es heute schnell gehen musste habe ich das Foto in der Größe A3 ausgedruckt. Die Rückseite des Bildes habe ich mit einem 9B Graphitstift gleichmäßig gefüllt.


Um die wichtigsten Umrisse des Fotos auf das dicke Aquarell Papier zu übertragen, habe ich das Foto auf das Papier gelegt und mit einem harten Bleistift nach gezeichnet.

Das Graphit auf der Rückseite des Fotos überträgt sich somit auf das Aquarell Papier. Normalerweise kann man dafür auch einen Leuchttisch nehmen oder eine Glasscheibe und eine Lampe.

Aber leider ist das Aquarellpapier so dick, dass das Licht nicht wirklich durchkommt. Ich weiß, dass es zum Übertragen von Skizzen auf Leinwänden ein spezielles Papier gibt, dass ich aber leider nicht im Studio hatte.

 


Das Problem bei meiner Variante ist, dass es zwar funktioniert aber man die Linien noch einmal nacharbeiten muss.


Auf zur Farbe!


Da ich in meinem Aquarellkasten keine Hauttöne habe habe ich mit einem stark verwässerten Orange angefangen.


Der große Vorteil bei Wasserfarben ist, dass man sich stark verdünnen und dann Schicht für Schicht über einander Auftrag kann.
So habe ich mehrere Schichten von Orange, Hellbraun, und verschiedenen dunkelbraunen Tönen über einander gelegt bis ich den gewünschten Farbton hatte.

 


Mir war wichtig, dass ich mich vor allem auf die Gesichter konzentriere.

Da ich nur einen begrenzten Zeitrahmen für das Bild hatte konnte alles andere eher verwaschen wirken.

Das Schmierpapier habe ich vor allem dafür genutzt, um die Farbtöne vorher kurz zu testen oder den zu lassen Pinsel etwas auszustreichen und somit trockener zu machen.

Wichtig bei dem Arbeiten mit mehreren Schichten ist es diese immer wieder gut trocknen zu lassen, wobei ein sehr dickes, saugfähiges Aquarell Papier gute Dienste leistet.


Der Füller


Eigentlich hatte ich mich entschieden, das Portrait nur in Aquarell zu malen.

Da aber auch hier wieder die Zeit mein Gegner war, weil das Auftragen mehrere Schichten wirklich sehr lange dauert, entschied ich mich dazu etwas mehr Kontrast mit Tusche in das Bild zu bringen.


Es sollten auf jeden Fall keine extrem harten dicken Linien werden.

Ich wollte, dass das Bild eine gewisse Zartheit und Weichheit behält.
Aus dem Grund habe ich mich dafür entschieden einen Füller zu nehmen, von der Firma INDIGRAPH, der eine extra feine Feder hat und mit Wasserfester Tinte zurecht kommt.
Man bekommt wirklich sehr zarte weiche wirkende Linien, wenn man vorsichtig arbeitet.


Ein paar Highlights zum Schluss


Natürlich muss etwas Glanz in die Augen und auf die Lippen.

Das habe ich mit dem Marker der Firma POSCA erledigt. Der ist gut ok, aber wirklich zufrieden bin ich mit dem Weißton nicht. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich ihn zuvor schon für mehrere Tuschebilder benutzt habe und deswegen wahrscheinlich die Spitze etwas verdreckt war.

 

 

Das Interessante bei Aquarellfarben ist, dass wenn sie durch trocknen immer etwas heller werden. Aus dem Grund habe ich als letzten Schritt noch einmal mit einem wärmeren Braunton die Hautfarbe etwas angeglichen.

Ich habe natürlich das Bild noch schnell ein gescannt, bevor es verschenkt wurde.


So jetzt ist aber Schluss. Ich hoffe, dass alle, die sich für das Zeichnen und Malen interessieren, ein paar Tipps für ihre eigenen Arbeiten rausnehmen konnten.

Immer fleißig zeichnen.

Und wenn du solch ein Portrait bei mir in Auftrag geben möchtest, dann kannst du dies hier tun. 

Robert

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